Willkommen beim Stromkilometer 583 der Elbe !

Geesthachter Ruderer ist topfit                                  

Volker Schulz rudert 186 Kilometer an einem Tag

"All you can row“, so der Name der Veranstaltung, die dieses Jahr zum fünften Mal vom Karlsruher Rheinklub Allemania ausgetragen wurde. Am längsten Samstag des Jahres wird in Karlsruhe von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gerudert; soweit die Rollsitze tragen oder bis „geht-nicht-mehr".

 

In diesem Jahr nahm erstmalig aus Norddeutschland Volker Schulz von der Rudergruppe Geesthacht v. 1912 e.V. teil. „Im Winter habe ich mir zahlreiche Lehrfilme und Beiträge zum Rudersport angesehen und bin dabei auf der Suche nach einer Wanderfahrt mit sportlichem Flair gewesen“, erzählt Volker.

„Auf der Internetseite des Deutschen Ruderverbandes (DRV) bin ich auf die Karlsruher Veranstaltung aufmerksam geworden.“ Volker, der auf über 30 Jahre Rudererfahrung zurückblickt, weiß - das ist nicht ganz ohne … 

Während er im Juniorenbereich auf vordere Plätze bundesdeutscher Regatten und Meisterschaftsentscheidungen ruderte, widmet sich der 43jährige heute mehr dem Freizeit-, Fitness- und Wanderrudern. Dafür wird ihm seit einigen Jahren das Fahrtenabzeichen des deutschen Ruderverbandes verliehen. Dafür legt Volker jährlich um die 1000 Kilometer im Ruderboot zurück, die meisten davon auf der Elbe.

 

Die Karlsruher Tour auf dem Rhein ergänzte nun perfekt den Trainingsplan: Eine breitensportliche Veranstaltung mit leistungssportlichem Charakter.

 

Nach der Anreise am Freitagabend mit anschließendem gemütlichen Abendessen, gegenseitigem Kennenlernen und Plaudern ertönte am Samstag um 03.45 Uhr der Weckruf.

Bereits um vier Uhr war die Frühstückstafel von Karlsruher Ruderfreunden gedeckt worden, sodass der erste Hunger gestillt und ein Lunchpaket gepackt werden konnte. Die Müdigkeit war vor Aufregung schnell vergessen, und nach der Bootseinteilung konnten es die 54 Teilnehmer kaum noch erwarten, rechtzeitig mit dem Sonnenaufgang um 05.19 Uhr zu starten.

 

Jedoch machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Lang anhaltende und starke Regenfälle im Süden ließen den Pegel des Rheins in Karlsruhe auf 2,77 m über dem mittleren Wasserstand ansteigen. Damit war die Hochwassermarke 2 überschritten; d.h. Sperrung des Rheins für den gesamten Schiffsverkehr inkl. Ruderboote.

Aber Ruderer leben mit der Natur, und so wurde halt im 27 km flussabwärts entfernten Germersheim eingesetzt. Hier war lediglich die Marke 1 erreicht, was ein Schifffahrtsverbot nur für alle motorbetriebenen Fahrzeuge bedeutet.

Es war allerdings nicht gerade einfach, denn es musste auf dem überspültem Fuß- und Radweg am Ufer eingesetzt werden. Wie es bei den Ruderern eben wörtlich heißt: „ … und immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel“. Trotzdem waren um 07.10 Uhr alle 12 Boote sicher auf dem Wasser unterwegs.  

 

Der Traum von zügig strömendem Wasser, und man könne sich ja fast nur treiben lassen, wurde von durch das Hochwasser entstehenden Querströmungen und Strudeln jedoch getrübt. Saubere Wasserarbeit der Ruderer sowie hochpräzise, sensible und fehlerfreie Leistung des Steuermanns waren hier gefordert.

 

Ständig wechselndes Wetter zwischen Sonnenschein, starken Windböen sowie Regenschauern erschwerten die Fahrt zusätzlich.

Zwischen Mainz und Rüdesheim war der Fluss so breit geworden, man hätte fast meinen können, man rudert auf der mecklenburgischen Seenplatte oder Floridas Everglades. Durch die große Wasseroberfläche hatte der Wind schließlich genügend Futter, uns Wasser und Wellen entgegenzusetzen. Später, im bekannten „Binger Loch“ wiederum, haben Schiffe derartige Wellen verursacht, man konnte denken, auf der Nordsee unterwegs zu sein

Doch die Kulisse des Mittelrheintals, vorbei an Burg Stahleck, dem bekannten Mäuseturm sowie der Burg Pfalzgrafenstein und der Loreley schweißte das Team so zusammen, dass es erst gegen 21.20 in Boppard die 186 km lange Fahrt beendete.

 

Die Frage danach, ob man überhaupt so lange im Boot sitzen kann, löst ein Lächeln aus. „Na ja, aussteigen ist unterwegs eher schlecht“. „Und der Hintern, der machte sich schon nach drei Stunden bemerkbar. Schlimmer sind da die Schwielen an den Händen und der Kater vom Übernachten auf Luma im Schlafsack. Und wenn ich mir vorstelle, ich hätte 14 Stunden auf dem Sofa gesessen, ich weiß ja nicht ob da … “

„Alles eine Sache der Körperbeherrschung“, meint der Athlet, „und wenn’s mal zwickt und zwackt; das gehört eben dazu.“

 

Außerdem ist Rudern eine der gesündesten Sportarten. Es werden nahezu alle Muskelgruppen schonend beansprucht und gleichzeitig Koordination, Ausdauer, Herz und Kreislauf trainiert, und das quer durch alle Altersgruppen; optimale Bedingungen als Breitensport, wissen die Freunde des Rudersports. Zudem ist das Verletzungsrisiko sehr gering.

 

Nachdem die Boote wieder auf den Anhängern verladen waren, trafen sich alle Ruderer am späten Abend zum gemütlichen Ausklang und gemeinsamen "Wundenlecken“ im Bootshaus der Mainzer Rudergesellschaft. Hier wurden dann die Fakten auf den Tisch gelegt. „Etwas traurig stand ich schon da,“ gesteht Volker, „wir haben nur den vierten Platz belegt.“ Alle drei anderen Mannschaften knackten die 200er-Marke. Das Siegerboot schaffte es bis Sonnenuntergang sogar bis Bad Honnef (244 km).

 

Am Sonntagmorgen wurde dann erneut gemeinsam gefrühstückt, diesmal allerdings zu einer adäquaten Zeit, bevor sich die Wege der Teilnehmer trennten. Vorerst zumindest, denn viele Ruderer  sind „Wiederholungstäter“; sie standen dieses Jahr und stehen im nächsten Jahr wieder in den Startlöchern.

Doch was viel wichtiger war, alle Teilnehmer hatten riesigen Spaß und es war eine tolle Veranstaltung, bei der sich wieder zeigte, wie gut sich beim Rudern Leistungssport und Breitensport kombinieren lassen.

 

Für Volker Schulz jedenfalls steht ein weiteres Ziel auf seinem Ruderplan:  24. Juni 2017. Karlsruhe, ich komme wieder, und dann steht auch bei mir die 2 vorn!

 

Bereits zwei Tage nach seiner Rückkehr nach Geesthacht sitzt Volker wieder im Boot. Diesmal allein - im Einer - auf der Elbe.

„Es ist die Bewegung an der frischen Luft, die Freiheit, der Einklang mit der Natur und die Faszination des Wassers, die mich ans Boot fesseln,“ berichtet er. „Heute ist aber bloß ein bischen Technik üben dran; nur 12 km. Wir wollen nachher noch grillen.“

Denn die Geselligkeit ist Volker neben dem Sport ein ebenfalls wichtiges Element im Leben des Vereins.

 

Autor: Volker Schulz

Lampionfahrt

Erfolgreiche Dove-Elbe-Rallye

v.l.n.r.: Georg Moll (EKRC), Vivian, Susanne, Sabina Franke (SRG), Lothar

Zum leistungssportlichen Saisonauftakt 2016 startete ein Gig-Mixed-Doppelvierer am 23. April auf der Dove-Elbe-Rallye in Hamburg-Bergedorf. Start und Ziel des ca. 13 km langen Rennens war der Ruder-Club Bergedorf. Bei kühlem und teils sehr windigem Schauerwetter musste bis zur Regattastrecke in Allermöhe und nach der Wende dort wieder zurück gerudert werden.

 

Über 750 Ruderer aus ganz Deutschland und Dänemark beteiligten sich in unterschiedlichen Bootsgattungen und Altersgruppen an den Wettkämpfen. Ein tolles Bergedorfer Regattateam bewältigte diese organisatorische Herausforderung einschl. Verköstigung mit großem Einsatz auf hervorragende Weise. Einzig die Warmwasseraufbereitung für die Duschen konnte bei der hohen Teilnehmerzahl nicht für alle aufrechterhalten werden.

 

Susanne Müller und Lothar Kokoschka starteten komplettiert durch Sabina Franke (Schweriner Rudergesellschaft) und Georg Moll (Erster Kieler Ruder-Club) in der Altersgruppe F (Mindestdurchschnittsalter 60 Jahre) und siegten in der Zeit von 58:47 Minuten vor vier weiteren Booten, die teils mit hochkarätigen Ruderern besetzt waren.

 

An den Steuerseilen trug Vivian Graessner-Hillemann durch klare Ansagen und ausdauernde Motivationsarbeit ihren Teil zu dem schönen Erfolg bei. Für sie war es sogar der zweite an diesem Tag, denn sie hatte zuvor bereits eine deutsch-dänische Renngemeinschaft im Frauen-Gig-Vierer siegreich über die Strecke gebracht. 

Wanderfahrt mit Sonnenschein

Start in die Saison 2016

v.l.n.r.: Jan Davids, Luciano Bergmann, Gustel Boie, Andrea Harden, Petra Peik-Gommlich, Barbara van Daelen, Ingrid Wedderien; vorn: Volker Schulz

Am zweiten Aprilwochenende trafen sich bei Sonnenschein und blauem Himmel acht Aktive der Rudergruppe Geesthacht, um die Wanderrudersaison traditionsgemäß zu eröffnen. Hierzu zählt eine ca. 32 km lange Tagesfahrt auf den Gewässern der Dove- und Gose-Elbe. 

Ein Zweier (Pregel) und ein Vierer (Meißen) mit Steuermann wurden dafür auserwählt. Pünktlich am Samstagmorgen legten die beiden Mannschaften am Steg des Ruder-Club Bergedorf ab. Auf der ersten Etappe wurde die Dove-Elbe bis zum Neuengammer Stichkanal befahren, bevor am Schülerruderverein in Bergedorf zur ersten Pause aufgerufen wurde.

 

Gut gestärkt und motiviert sollte nun das Highlight der Tour erkundet werden, der Neuengammer Durchstich. Hier handelt es sich um einen kleinen 6 m breiten und 2,5 km langen Stichkanal, der die beiden Altarme der Dove- und Gose-Elbe miteinander verbindet. Er ist Teil eines Schutzgebietes für Flora und Fauna und aufgrund der Brut- und Setzzeit der Tiere nur bis Mitte April befahrbar. Ein einzigartiges Erlebnis, das der Rudersport zu bieten hat, fanden die Geesthachter; so nah im Einklang mit der Natur zu sein.

 

Abgesehen von einem Steuermannswechsel im Zweier ging die Fahrt auf der Gose-Elbe zügig weiter. Ein großer Vorteil, den die Ruderer genossen, denn die Gose-Elbe ist für motorbetriebene Fahrzeuge komplett gesperrt. Nach gut 20 Kilometern ist der zweite Rastplatz an der Allermöher Regattastrecke nahe des Eichbaumsees erreicht. Hier wurde nochmals pausiert, um die letzte Etappe der Fahrt bis zum Ruder-Club Bergedorf zu skullen.

 

Aufgrund zweier Regatten war hier auf dem Wasser schon mehr los, so dass die Steuermänner und -frauen gefordert waren, die beiden Boote sicher in die weniger befahrene Gose-Elbe zu manövrieren. Der letzte Teil der Rundtour war nicht viel anstrengender als die bisherigen geruderten Kilometer.

 

Beide Boote erreichten am späten Nachmittag wieder das Bergedorfer Bootshaus.

„Schade, dass die Fahrt schon beendet ist“, bemerkten die Ruderer, bei den tollen Wetter- und Wasserbedingungen hätte man eigentlich noch weiter rudern können.

Doch als Einstieg in die Geesthachter Wanderrudersaison beließen die beiden Mannschaften es bei der Ausfahrt.

„Und wenn der Wettergott es weiter so gut mit uns meint, werden wir noch zahlreiche weitere Kilometer ins Fahrtenbuch bringen können“, freute sich Fahrtenleiterin Andrea Harden.

Gemeinsam wurden die Boote wieder verladen und geputzt in der Geesthachter Bootshalle verstaut.

Bis zur nächsten Tour….

 

Autor: Volker Schulz

Anrudern   -   Sonntag, 10. April 2016

Julia Kruse bei der Bootstaufe

 

Petrus meinte es gut mit den Aktiven der Rudergruppe Geesthacht. Bei angenehmen Temperaturen und nur wenig Wind fanden sich zahlreiche Mitglieder ein, um die Rudersaison 2016 offiziell mit dem traditionellen Anrudern zu eröffnen.

 

Der Vorsitzende des Vorstands, Lothar Kokoschka, begrüßte dazu die Ruderfreundinnen und Ruderfreunde ganz herzlich und wünschte allen eine gesunde, erlebnisreiche und erfolgreiche Rudersaison.

 

Für Letzteres galten allerbeste Wünsche besonders Larina Hillemann, die vom Bundestrainer auf die äußerst verantwortungsvolle, für einen Erfolg mitentscheidende Position der Steuerfrau des deutschen Frauenachters berufen wurde. Es heißt nun Daumendrücken, dass ihr mit diesem Boot die anstehende Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro gelingt.

 

Rückblickend auf die vergangene Saison ehrten der Vorstand Sport, Heini Kuchenbecker, sowie die Sportwartin Freizeitsport, Andrea Harden, mehrere Aktive für deren erbrachte rudersportliche Leistungen. So wurde etwa Dörte Grandt für die bereits 28-malige Erfüllung der Bedingungen für das Fahrtenabzeichen des Deutschen Ruderverbandes ausgezeichnet. Mit dabei insgesamt geruderten 38.149 Kilometern fehlen ihr zur Umrundung des Äquators im Ruderboot nur noch 1.927 Kilometer.   

 

Im Anschluss an die Ehrungen galt es, einen neuen Einer zu taufen. Dieser Einer und das dazu passende Paar Ruder wurden gezielt für das Kinderrudern angeschafft. Ermöglicht haben diese 2.800 Euro-Investition drei Einzelspenden aus der Mitgliedschaft sowie vom Rotary-Club Geesthacht – Hohes Elbufer.

 

Getauft wurde das Boot von der Jungruderin Julia Kruse auf den Namen „Guppy“. Der Name kommt von einem unter Aquarianern als pflegeleicht bekannten Anfängerfisch. Dessen Eigenschaften tagaktiv und sehr robust zu sein, eine gewisse Strömung zu mögen und mit seiner Schwimmfreude viel Leben ins Aquarium zu bringen, soll nun der Rudernachwuchs auch seinem neuen „Fisch“ entlocken. Die Jungfernfahrt im getauften Boot vollzog unter den Augen und dem Beifall der auf dem Steg versammelten Mitglieder der jüngste Spross aus der ruderbegeisterten Familie Hillemann, Sohn Tizian.

 

Nach all diesen offiziellen Programmpunkten ging es für die Ruderinnen und Ruderer im Alter von dreizehn bis neunundsiebzig Jahren im Einer, Dreier, Vierer und Achter aufs Wasser.